1 - 120: Stress unter Wasser: Wenn dein Gehirn auf Notfallmodus schaltet
Shownotes
Stress unter Wasser beginnt oft viel früher, als wir ihn überhaupt bemerken.
Eine plötzlich starke Strömung, Wasser in der Maske, Dunkelheit, der Verlust des Buddys oder eine unerwartete Tiefe – häufig sind es keine dramatischen Situationen, die beim Tauchen Stress auslösen. Es sind kleine Irritationen, die sich innerhalb kürzester Zeit zu einem ernsthaften Problem entwickeln können.
In dieser Episode des TauchTalk Podcasts spricht Carolin Staab erneut mit Dr. Harald Ege, Psychologe, Tauchlehrer und Tauchpsychologe, darüber, was Stress unter Wasser mit unserem Körper und unserem Gehirn macht.
Harald erklärt, warum sich Atmung und Puls verändern, wie Tunnelblick entsteht und weshalb unser Gehirn unter Stress vom rationalen Denken in einen impulsiven „Notfallmodus“ wechseln kann. Besonders gefährlich: Der Taucher selbst bemerkt häufig gar nicht, wie stark sein Stresslevel bereits gestiegen ist.
Außerdem erfährst du, warum Stress innerhalb einer Tauchgruppe regelrecht überspringen kann, welche Rolle Gruppendruck und Autoritätsgläubigkeit spielen und an welchen Warnsignalen du Stress bei dir selbst und deinem Buddy frühzeitig erkennen kannst.
📌 Shownotes
In dieser Episode sprechen wir über:
🧠 Was Stress unter Wasser mit unserem Gehirn und Nervensystem macht
🫁 Warum flache und hektische Atmung einen gefährlichen Teufelskreis auslösen kann
⚠️ Welche kleinen Situationen beim Tauchen plötzlich Stress verursachen können
😰 Warum Stress sowohl zu Panik als auch zu gefährlichem Übermut führen kann
👥 Wie Stress innerhalb einer Tauchgruppe auf andere überspringt
🤿 Welche Warnsignale auf Stress bei dir oder deinem Buddy hinweisen
🌊 Warum Gruppendruck zu riskanten Entscheidungen führen kann
💙 Wie Ausbildung, Erfahrung, Buddy-System und mentale Vorbereitung dabei helfen, Risiken zu reduzieren
⏱️ Timestamps
00:00 – Einführung: Stress beim Tauchen 00:58 – Was passiert bei Stress im Körper? 02:27 – Warum Stress unter Wasser so schnell zu Fehlern führt 04:51 – Typische Stressauslöser beim Tauchen 07:15 – Der Teufelskreis aus Atmung, CO₂ und Panik 07:55 – Warum manche Taucher mit Übermut und andere mit Panik reagieren 09:37 – Fight or Flight: Wenn rationale Entscheidungen verschwinden 10:45 – Wie Stress innerhalb einer Tauchgruppe überspringt 12:02 – Gruppendruck, Autoritätsgläubigkeit und kollektive Fehlentscheidungen 13:45 – Warum Stress bei anderen Tauchern so schwer zu erkennen ist 14:30 – Die wichtigsten Warnsignale unter Wasser 16:52 – Was du tun kannst, um Stresssituationen zu vermeiden 18:05 – Warum Tauchpsychologie Teil der Ausbildung sein sollte 18:30 – Tauchpsychologie-Kurse und Kontakt zu Harald 19:14 – Abschluss, Community-Fragen und Ausblick
🌊 Mehr über Dr. Harald Ege
🧠 Dr. Harald Ege Psychologe, Tauchlehrer und Experte für Tauchpsychologie.
In seinen Tauchpsychologie-Kursen beschäftigt er sich mit den mentalen und psychologischen Faktoren des Tauchens und zeigt, wie Stress, Angst, Wahrnehmung und Entscheidungsfindung unser Verhalten unter Wasser beeinflussen.
🤿 Tauchpsychologie-Kurse
Harald bietet seine Kurse an verschiedenen Orten weltweit und unter anderem im Rahmen von Tauchsafaris an.
📧 Kontakt: Die Kontaktdaten und weitere Links zu Harald findest du direkt in den Shownotes und in der Videobeschreibung.
🎧 Fazit
Stress beim Tauchen beginnt häufig nicht mit einer großen Gefahr, sondern mit einem kleinen Problem.
Eine ungewohnte Situation verändert die Atmung, der CO₂-Wert steigt, die Wahrnehmung wird eingeschränkt und rationale Entscheidungen werden schwieriger. Aus einer vermeintlichen Kleinigkeit kann dadurch ein gefährlicher Teufelskreis entstehen.
Wer die eigenen Warnsignale kennt, seinen Buddy beobachtet, innerhalb seiner Ausbildung und Erfahrung taucht und sich nicht von Gruppendruck zu riskanten Entscheidungen verleiten lässt, kann Stress früher erkennen und angemessen reagieren. Sicheres Tauchen beginnt deshalb nicht nur bei der Ausrüstung – sondern auch im Kopf.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen im Tauchtalk, der Podcast bei dem es rund ums Tauchen geht.
00:00:04: Mein Name ist Karo ich bin wie immer dein Host und ich freue mich heute nochmal unseren Tauchpsychologen Harald Ege über uns im Podcast begrüßen zu dürfen.
00:00:12: falls ihr die ersten Folgen mit ihm noch nicht angehört habt unbedingt die ersten folgen anhören.
00:00:16: die sind auch gar nicht so lange her.
00:00:18: Und heute geht es um ein ganz spezielles Thema.
00:00:20: wir sprechen nämlich heute über das Thema Stress beim tauchen.
00:00:25: Ich will aber noch gar nichts zu viel verraten.
00:00:26: erst mal Harald schön dass du heute noch einmal mit dabei bist.
00:00:30: Ja, erstmal Hallo!
00:00:31: Ich grüße alle Zuhörer und Zuschauer.
00:00:34: Und ich freue mich dass sich wieder euer Gast sein darf.
00:00:38: und Stress ist ein sehr spannendes Thema
00:00:41: Auf jeden Fall.
00:00:42: Ich würde sagen wir starten einfach mal direkt ins thema rein.
00:00:46: und zwar würde ich gerne von dir wissen Harald welche körperlichen und metallen Veränderungen zeigen denn überhaupt an das ein Taucher jetzt unter Wasser beginnt Stress aufzubauen also dass er anfängt so ein bisschen stressig zu werden.
00:01:02: Ja, also der Stress aktiviert unter Wasser unser autonomes Nervensystem.
00:01:09: Das bedeutet wir haben typische klassische Veränderungen zum Beispiel die beschleunigte Atmung und so atmen wir flach Sie wird hektisch, sie wird ineffizient.
00:01:21: Wir haben einen erhöhter Puls.
00:01:24: Höherer Pultsinniv bedeutet das wir ein höherer Gasverbrauch natürlich haben.
00:01:29: Das heißt unser Luftvorrat wird sehr schnell geringer und wir haben so genannte Tunnelblick.
00:01:38: D.h.,
00:01:40: wir verlieren die Umgebungskontrolle, wir konzentrieren uns nur noch auf den kleinen Teil und sehen nicht das große Ganze drum herum.
00:01:49: Wir haben eine kognitive Verlangsamung, das heißt auch kleine Sachen einfache Aufgaben werden einfach schwerer zu erledigen.
00:01:58: Wir haben motorische Ungenauigkeiten, Ventile, Eglips, Lampen und so was... werden ungeschickt und wie bedient.
00:02:09: Und wir haben den auch einen Verlust der Wahrnehmung, die Selbstwahrnehmungen.
00:02:14: Wir merken selber nicht dass wir gestresst sind.
00:02:17: Wir sehen das Luftvorrat sehr schnell geringer wird aber wir nehmen es selbst gar nicht so wahr.
00:02:24: Wir haben ein ganz anderes Selbstbild von uns.
00:02:27: Das heißt der Stress beginnt oft unsichtbar Aber er hat sofort seine Auswirkungen auf die Atmung und aufs Denken.
00:02:37: Wie ist das?
00:02:37: Warum führt Stress denn überhaupt, ich sag mal bei Tauchern oder beim Tauchen so schnell zu fehlern also in der Atmung, in der Orientierung und vor allem auch in dieser Entscheidungsfindung.
00:02:48: Also der Stress unter Wasser ist... sogenannte Multiplikativ, das heißt er ist nicht linearer.
00:02:56: Das bedeutet er wirkt gleichzeitig auf drei Verschiednissysteme.
00:03:01: Auf der einen Seite auf die Atmung.
00:03:03: Wir haben eine flache Atmungen.
00:03:04: Die Flachatmung führt dazu dass wir ein sehr schnelles CO² Anstieg haben und der CO² verstärkt die Angst und die Panik, wie wir auch schon im letzten Podcast gesagt haben.
00:03:16: Dann verlieren wir die Orientierung der Stress reduziert um unsere Fähigkeit visuelle Informationen zu integrieren.
00:03:26: Wir verlieren uns!
00:03:27: Und die dritte Teil, wie du gesagt hast, ist die Entscheidung des Gehirnsschalters dann auf Notfallmodus als sogenannte Notfall-Modus.
00:03:36: Das heißt, die Entscheidungen werden hauptsächlich impulsiv und nicht mehr rationell entschieden.
00:03:43: Und das ist denn das Ergebnis von so ein genanter psychophysiologischer Kurzschluss,
00:03:48: d.h.,
00:03:49: ein ganz kleiner Fehler verwandt sich in einen ganz großen...
00:03:55: Okay, das bedeutet gerade deswegen ist es dann wahrscheinlich auch so wenn der Taucher unter Stress ist dass wir dann schlechtere Entscheidungen treffen, wenn die natürlich impulsiv sind und sie können natürlich fatal dann enden oder?
00:04:09: Ja, natürlich.
00:04:09: Das ist schon ein Hauptgrund für die Unfälle dann, dass die emotionalen, die impulsiven Entscheidungen überlagern die irrationalen Entscheidungen und genau deswegen entstehen ja diese Unfälle unter Wasser und das wird natürlich meistens vollkommen unterschätzt.
00:04:39: die Todpsychologie so wenig angewandt wird, ist fast unbekannt.
00:04:45: Obwohl das die Hauptursachen der Unfalle sind?
00:04:49: Ja natürlich absolut!
00:04:51: Wie sieht es aus?
00:04:52: Welche typischen Situationen lösen denn Stress auch bei den Tauchern jetzt aus und warum kann eine falsche Atmung den Stress noch weiterhin verstärken?
00:05:04: Also zum ersten Teil der Frage, welche typische Situationen lösen denn diesen akuten Stress aus?
00:05:11: Und warum wurde er unterschätzt?
00:05:13: Das sind meistens kleine Dinge und die sind banal.
00:05:19: Plötzlich die Dunkelheit.
00:05:20: Wir kommen vom hellen Gleisenden Sonnenlicht, wir gehen runter und sind nicht gewohnt.
00:05:25: Plötzlich wird es sehr dunkel.
00:05:26: Wir sind dann nicht gehören vor allem wenn man auf der Schattenseite von einem Riff ist oder sowas.
00:05:31: plötzlich selber eine große Dunkelheid.
00:05:33: kein Stress auslösen.
00:05:36: Wir finden uns in einer starken Strömung wieder.
00:05:39: Ich war das nicht gewöhnt.
00:05:40: Blödsich ist ja auch.
00:05:41: starke Strömungen ich muss sehr stark Flossen schlagen um dagegen anzukämpfen usw.. kann Stress auslösen.
00:05:49: Unerwartete Tiefe, ich habe es nicht erwartet dass wir so tief tauchen.
00:05:53: Ich dachte bis Rack oder Höhleneingang wäre mehr in sächteren Gewässern tatsächlich sehr tief.
00:06:01: Kann Stress aus lösen kleine Problemchen wie mit der Maske und Ausrüstung wenn im Tauchgang läuft ständig Wasser in der Masse.
00:06:09: und so was kann Stress?
00:06:13: Verlust von meinem Batting kann Stress auslösen.
00:06:17: Ich tauche, schau mich rum, links und rechts ich säde nicht mehr.
00:06:21: Bekomme Angst, bekomme Stress.
00:06:23: Kann auch natürlich den Panik auslöschen.
00:06:26: Und auch Höhlen-Eingänge oder Überhänge, sobald über mir was ist... ...und ich sähe über mir nicht die Wasseroberfläche, kann natürlich auch Stress aus lösen.
00:06:37: Das heißt Taucher glauben normalerweise ist der Stress sehr dramatisch.
00:06:44: Aber tatsächlich sind es oft nur kleine Irritationen, die sich unter Wasser sehr schnell hochschauen können.
00:06:53: um dann auf den zweiten Teil der Frage zu verantworten.
00:06:58: warum kann diese falsche Art und der Stress weiter verstärken?
00:07:05: Führt eben zu dieser flachen Prustatung statt tiefer Zwölchfeldatmung.
00:07:11: Wir haben eine CO²-Retenzion, wir haben das gefühlte Luftnot, obwohl mehr genug... Atm-Gas vorhanden haben, fühlen wir uns plötzlich beengt.
00:07:22: Wir fühlen uns das kein Luft bekommen.
00:07:25: und dann hat man die Panikatmung, den haben noch mehr CO² und damit noch mehr Stress.
00:07:30: also man könnte es so beschreiben als eine Art Teufelskreis und Stressor.
00:07:36: Stress kreiert eine Flacheratmung.
00:07:40: Es kreert der CO-Zwei-Anstieg, das macht Angst.
00:07:44: Dann haben wir noch ne flache Erratung und dann hat man die Panik.
00:07:47: Und viele Tauchenfälle beginnen genau hier.
00:07:50: Das heißt es ist ein Teufelskreis.
00:07:52: Ja?
00:07:53: Und das Hauptproblem ist, dass Stress beginnt mit kleinen Dingen, mit banalen Dingen.
00:07:59: Die schäugeln sich eben hoch.
00:08:02: Warum reagieren manche Taucher denn unter Stress?
00:08:05: Ich sag mal ... Übermut und andere mit Panik.
00:08:08: Also was passiert da psychologisch?
00:08:16: Das hängt von der individuellen Stressverarbeitung ab.
00:08:20: Der Übermut entsteht, wenn der Stress... das sogenannte Belohnungssystem aktiviert.
00:08:26: Das heißt, ich schaff das schon!
00:08:27: Ja, es wird schon klappern und dann hat man Übermut.
00:08:31: Das sieht man zum Beispiel wenn Taucher in Tiefen runtergehen die muss sie nicht beherrschen oder nicht dazu ausgebildet sind denn denkt sich ja das schaffe ich schon.
00:08:41: und so was ist ein Übermut wo sie eigentlich gar nicht könnten?
00:08:45: Panik dagegen entsteht, wenn der Stress das Angstsystem aktiviert.
00:08:50: Das heißt ich muss fliehen!
00:08:52: Ich habe Gefahr!
00:08:53: Ich hab Angst!
00:08:54: Ich musste weg von hier!
00:08:55: Ja?
00:08:56: Das sind beides Übermote und Panik... Fellinterpretationen von unserem Körper.
00:09:04: Der Übermut ist Stress und der Tiefenausch mit drin, bei Panik haben da Stress unter CO² einsteigen.
00:09:12: Alles Beide sind sehr gefährlich weil sie die Realitätswarnemut verzerren, wenn nicht mehr die Realität waren.
00:09:24: Ja ich glaube auch!
00:09:24: Ich glaube man hat dann einfach so einen... Beeinträchtigt das oder ich weiß nicht, ob man das beeinträgtig nennt.
00:09:31: Aber du bist einfach ein bisschen verblendet in dem Moment wahrscheinlich.
00:09:34: Ein bisschen einfach... Hast eine falsche Wahrnehmung und dann triffst du schwierige Entscheidungen oder schlechte Entscheidungen?
00:09:44: Und da muss man halt einfach sich im Klaren sein, dass wenn man diese schlechten Entscheidungen trifft, dass es halt auch ganz anders enden kann.
00:09:52: Und deswegen haben wir ja leider dann auch genau solche Tauchunfälle.
00:09:58: Wie man vorher gesagt hat, wir haben eine impulsive Entscheidung.
00:10:03: Wir haben nicht mehr eine rationale Entscheidung.
00:10:08: Ich analysiere meine Umgebungssituation nicht so wie sie ist sondern so wie ich denke sie sei.
00:10:14: Ja, und das macht eine impulsive Entscheidung.
00:10:18: Und wie gesagt fight or flight ins die Amerikaner.
00:10:23: Das heißt entweder habe ich den dann Übermut und ich gehe noch tiefer weil ich denke es ist toll, dass schaffe ich oder das Gegenteil ich flüchte.
00:10:32: Da haben wir auf Tauchenfälle durch zu schnelle Aufstärke, die gehen wie ein Luftballon aus großer Tiefe plötzlich an der Oberfläche und da haben wir nachher die entsprechende Taucherkrankheit.
00:10:43: Ja, ja klar.
00:10:44: Natürlich auf jeden Fall!
00:10:46: Wie ist es denn das?
00:10:47: Wir hatten da schon mal so ein bisschen drüber gesprochen in einer der letzten Folgen.
00:10:52: Da hatten wir glaube ich einen Unfall auf den Malediven wenn ich mich nicht irre wo eine ganze Gruppe getaucht ist und ich sage mal alle die schlechte Entscheidungen getroffen haben.
00:11:02: Und da frage ich mich natürlich wie das sein kann dass Stress in einer Gruppe überspringen kann also überschwappt, sodass mehrere Taucher gleichzeitig unlogische oder riskante Entscheidungen treffen?
00:11:18: Ja.
00:11:20: Stress ist sozial anstrengend.
00:11:24: Das heißt wenn einer gestresst ist und so was, das steckt denen auch angst.
00:11:28: Angst steckt auch sehr schnell an.
00:11:31: Und beide sind sozial ansteckend vor allem unter Wasser.
00:11:35: Dafür haben wir ja die Tauchpsychologie, weil das wird immer unterschätzt und der Wasser ist sehr stark ausgeprägt.
00:11:43: Wir haben den Dingen wie die Mikromimik zum Beispiel, Augenbewegungen, Körperbewegung, die wir aber unbewusst übernommen werden von anderen, wenn einer sich hektisch bewegt, wird es oft übernommen voneinander ohne dass man sich eigentlich bewusst ist.
00:11:59: Wie eine Synchronisation der Atmung wenn einer schnell atmet und einen zweiter und dritter.
00:12:06: denn übernehmen wir die Schnellatmung obwohl wir das eigentlich gar nicht wollten.
00:12:10: Es ist unbewusst.
00:12:12: Wir haben Autoritätsgläubigkeit.
00:12:17: Wenn der Liter, also der Gruppenführer, wie soll man es nennen?
00:12:23: Der Tauchgeid.
00:12:24: Wenn er beginnt nervös zu werden, dann werden plötzlich alle nervös.
00:12:27: und wenn der plötzlich hektisch wird, werden alle hektische.
00:12:30: Weil sie ihm alle folgen, weil sie denken, der weiß ja was er tut!
00:12:34: Und wenn der natürlich nervös wird, dann steckt das alles an.
00:12:39: Wir haben einen Gruppendruck.
00:12:42: Gruppendruck bedeutet niemand will der erste sein, der abricht.
00:12:45: Das kann man zum Beispiel vorstellen auf dem Malediven.
00:12:48: Da hat der Lieder entschieden, wir gehen da rein.
00:12:51: Und niemand wollte in das Spielverdörber sein und sagen, ne, ich gehe nicht rein oder so was.
00:12:56: Ich warte alleine draußen und sowas.
00:12:58: Niemand will der Erster sein, wo er abbricht.
00:13:01: Sonst steht er irgendwie als Außenseiter dran, das möchte ja keiner.
00:13:05: Dann haben wir natürlich auch eine kollektive Risiko-Blindheit.
00:13:09: Das heißt, in der Gruppe fühlen wir uns sicherer.
00:13:11: Ich sehe die ganze Gruppe macht das, den mache ich da auch mit weil ich mich eigentlich in der Gruppe sicherer fühlen.
00:13:17: Obwohl sie objektiv gefährdeter ist, ja die Gruppe beweht sich in irgendwas rein wie in den Unfall im Malediven wo die ganze Gruppe gefährdert hat.
00:13:26: aber ich fühle mich sicher weil ich mitten an der Grupe bin und das Ergebnis von dem allem gestärken.
00:13:31: dieser Gruppenstress der führt eine so kollektive Fählentscheidung genau so wie es in einem Maldivenunfall passiert ist.
00:13:41: Ja, ich kann mir das natürlich gut vorstellen.
00:13:43: Da ist dann auch so dieser Gruppenzwang damit dabei.
00:13:45: keiner möchte dann irgendwie da vorher abbrechen man will dazugehören.
00:13:50: und ja es ist natürlich einfach schwierig.
00:13:55: naja wie süß ist denn überhaupt zu schwer unter Wasser zu erkennen wenn jemand gestresst
00:14:03: ist?
00:14:03: Unterwasser sind viele Stresssignale, wo wir normalerweise Überwasser haben.
00:14:09: Wir haben zum Beispiel nicht das Zittern, was man manchmal hat, wenn wir außerhalb vom Wasser sind.
00:14:13: Das haben wir unter Wasser nicht!
00:14:15: Wir haben kein Schwitzen.
00:14:17: Wenn ich gestresst bin, dann beginne ich zu schwitzen haben wir natürlich nicht an der Wasser.
00:14:22: Wir haben nicht die gleiche Mimik und wir haben natürlich auch vor allem keine Sprache, wir können es nicht ausdrücken in unseren Stress.
00:14:31: Deswegen merkt der Taucher oft seinen Stress überhaupt nicht.
00:14:35: Er ist unter Wasser, er ist gestresst und merkt das gar nicht.
00:14:39: Und die wichtigsten Warnzeichen wie man vorhin gesehen hat sind andere.
00:14:41: Das sind eben nicht die Mimiken des Schwitzenes, des Zitterns, des Sprechenen.
00:14:45: Wir einfach einen höherer Gasverbrauch.
00:14:49: Ungewöhnlich schnelle Atmung.
00:14:51: Wir verlieren unsere Routinen, wir schauen nicht ständig auf unseren Phänomenetern oder so was.
00:14:55: Wir vergessen das!
00:14:57: Wir fixieren uns dann nur noch auf eine Aufgabe.
00:15:00: Wir können keine einfache Entscheidung treffen.
00:15:03: Wir ignorieren unser Party und sowas.
00:15:06: Das sind alles Anzeichen von Stress unter Wasser der wie ich gesagt hat sehr unterschiedlich ist vom Stressausrat des Wassers.
00:15:14: Gibt es in irgendwelchen, ich sag mal Warnzeichen, irgendwelche Einfachen wo ich das erkennen kann oder die helfen?
00:15:21: Ja klar.
00:15:22: Wie gesagt ein hoher Gasverbrauch als einen hohen Luftverbraucher erkenne ich sehr schnell.
00:15:28: Ich brauche normalerweise bei einem Tauchgang in dieser Tiefe totbar und bei diesem tauchgang habe ich doppelte verbraucht.
00:15:38: ja da muss ich mir schon Fragen stellen dass ich sehr schnell atme, was ich normalerweise nicht tue.
00:15:48: Ich kontrolliere regelmäßig meine Tiefe.
00:15:50: Ich kontroliere regelmässig mein Minimeter und das mache ich nicht.
00:15:56: Ich schaue nur noch auf eine Aufgabe des, was wir vorher als Tunnelblick bezeichnet haben.
00:16:00: Ja?
00:16:01: Ich kann mich nicht mehr entscheiden!
00:16:04: Ich ignorieren meinen Buddy.
00:16:05: Es sind alles diese Anzeichen Die wollen wir ja Überwasser nicht haben, aber wo ganz typisch sind für Stressunterwasser und da müssen wir aufpassen.
00:16:15: Aber wie ich schon vorher gesagt habe dadurch dass die normalen Stress Symptome, die wollen wir über Wasser haben eben unter Wasser anders sein melken viele Taucher nicht das sie unter Stress sind und dann muss man aufpassen.
00:16:28: Ja absolut Absolut.
00:16:30: Was würdest du denn jemandem raten, der vielleicht jetzt gerade diesen Podcast hört und sich da vielleicht auch gerade so ein bisschen wiedererkennt?
00:16:37: Gerade mit diesem Gruppenstress oder so... was würdest Du demjenigen raten?
00:16:45: Es gibt verschiedene Tipps.
00:16:47: als erster Tipp wo ich immer in jedem gelben nie außerhalb der eigenen Erfahrung oder Ausbildung tauchen.
00:16:58: Tiefen Zulassung hat bis zu achtzehn Meter, bis zu dreißig oder bis zu vierzig Meter da was dem auch immer sei.
00:17:04: Dann unterschreite ich das nicht.
00:17:07: Das ist mal das erste Nieausrad von seiner Erfahrung oder Ausbildung tauchen.
00:17:14: Zweitens ist es wichtig, immer mit seinem Buddy zusammen zu sein.
00:17:18: Dass man nie auf eine Faust taucht.
00:17:21: Ich schaue mal was da hinten ist und ich ignoriere, dass mein Buddy vielleicht auf mich wartet oder mich verliert.
00:17:28: Und natürlich drittens ist die Kontrolle behalten.
00:17:30: Das heißt, ich muss immer meinen Luftverbrauch kontrollieren.
00:17:33: Ich muss immer meine Tiefe verbrauchen.
00:17:35: Ich muß so weit klardenken können, dass ich weiß für den Wiederaufsteig von sicherem Wiederaufstieg bauche ich etwa so viel Luft.
00:17:43: Ja, das ist natürlich auch verschieden pro Person.
00:17:46: Deswegen muss ich das immer klar planen können... Und natürlich zu guter Letzt, natürlich.
00:17:53: Ich empfehle jeden einen Tauchpsychologikos mitzumachen weil da sieht man tatsächlich die Komplexität von unserem Gehirn unter Wasser und der Wasserdruck was da alles geschehen kann und wie man das alles auch vermeiden kann.
00:18:07: Würde ich jedem empfehlen?
00:18:08: Ich würde es in der Grundausbildung schon anbieten tauchtpsychologie Weil tauchen ist Psychologie?
00:18:15: Ja Ja, auf jeden Fall.
00:18:19: Für diejenigen, die jetzt gerade dich vielleicht auch zum ersten Mal hören, magst du vielleicht auch noch erzählen wo man dich finden kann?
00:18:27: Wo man vielleicht auch gerade mal so ein Tauchpsychologiekurs machen kann und wo man Dich findet?
00:18:36: Ich finde mir ganz einfach... Man kann mich anschreiben unter meiner E-Mailadresse harald.ege at hotmail.com.
00:18:46: Ich biete diese Taubsychologiekurse in verschiedenen Teilen auf der Welt an, meistens in Taugsafaris wo wir zusammenarbeiten mit Veranstalter und da kann man diese Kurse buchen.
00:18:58: Sehr schön, wir machen es euch natürlich noch einfacher.
00:19:00: Und zwar wie immer werdet ihr natürlich hier in den Show Notes alle Links zu Harald finden Webseite E-Mail Adresse und aller anderen Kontaktdaten.
00:19:08: dann seid ihr mit einem klick direkt bei ihm und falls du diese Folge gerade auf YouTube Streams natürlich auch hier in der Infobox einfach mal hier reingucken Mit einem Klick bist Du Bei ihm und kannst sich informieren!
00:19:19: Und Falls Ihr weil auch die letzten Folgen so gut angekommen sind Fragen habt zum Thema Tauchpsychologie Dann könnt immer gerne die Kommentare reinschreiben.
00:19:29: Für diese sind natürlich gerade die Kommentarfunktionen da, stellt uns eure Fragen und mit etwas Glück werden wir eure Fragen natürlich auch gerne nicht nur in YouTube in der in der Kommentar-Funktion beantworten sondern auch gerne in der nächsten Podcast Folge mit einbinden!
00:19:45: Ich sage herzlichen Dank Harald für diese tolle Folge und ich freue mich weil du kommst ja ganz bald noch mal zu uns im Tauch Talk.
00:19:54: Ja, danke dir für diese Gelegenheit und ich freue mich immer bei euch, Gast zu sein.
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